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Börsen-Zeitung: Blitzstart, Kommentar zu Adidas von Joachim Herr

Frankfurt (ots) – Den ersten Teil der hohen Erwartungen erfüllt Kasper Rorsted tadellos. Auf dem Weg zu mehr Profitabilität von Adidas verliert der neue Vorstandsvorsitzende keine Zeit. Sein erster Ansatzpunkt ist die größte Schwachstelle des Konzerns: Reebok. Vorgänger Herbert Hainer hatte zuletzt Quartal für Quartal Umsatzzuwächse der vor zehn Jahren erworbenen Marke bejubelt. Doch für Rorsted ist das Glas auch mit wohlwollender Sichtweise halb leer: Seit drei Jahren zeigt die Wachstumskurve von Reebok im Heimatmarkt USA nach unten. Und die Rentabilität hinkt weit hinter den Zahlen der Marke Adidas zurück.

Rorsted beweist sich in Herzogenaurach gleich zu Beginn als Sportsmann. Er fördert Reebok mit einem neuem Zuschnitt der Aufgaben, der der Tochterfirma mehr Freiheit lässt und mehr Verantwortung gibt. Gleichzeitig fordert er mehr Leistung. Das olympische Motto “Dabei sein ist alles” gilt für ihn im Adidas-Konzern nicht. Nur die Besten dürfen in der Mannschaft bleiben. Damit gibt Rorsted Hainers Bekenntnis zu Reebok zwar nicht auf. Aber der Däne knüpft es an klare Bedingungen.

Der zweite Teil der hohen Erwartungen, die die Adidas-Aktionäre an Rorsted richten, ist der weitaus schwierigere: Gelingt es ihm nach der raschen Ankündigung auch tatsächlich in absehbarer Zeit, Reebok und die gesamte Adidas-Gruppe profitabler zu machen? Der Blick auf den herben Kursverlust der Aktie am Donnerstag ließe viel Skepsis vermuten.

Doch der steile Kursanstieg seit 14 Monaten relativiert das Ganze. Gewinnmitnahmen erscheinen verständlich und vernünftig. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 30 liegt Adidas noch immer weit vor Nike mit knapp 22. Hainer hat es verstanden, sein Abschiedsjahr auf Hochglanz zu polieren. Mehrmals erhöhte er die Prognosen. Ihm verschaffte es eine große Genugtuung, all die Kritiker – die er zu seinem Abschied als Deppen schmähte – nach dem Schreckensjahr 2014 zum Schweigen gebracht zu haben.

Rorsted geht seine Aufgabe weniger emotional und damit professioneller an. Er stimmt die Aktionäre auf eine Rückkehr zu geringerem Wachstum nach einem Ausnahmejahr ein. Und er will investieren, um Lücken im Konzern zu schließen, – zum Beispiel mit neuen Ideen rund um das Thema Digitalisierung.

Mit seinem ersten Auftritt ist ihm so noch etwas anderes schnell gelungen: Rorsted hat die hochfliegenden Erwartungen eingefangen und klargemacht, dass er nicht zaubern kann.

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion Telefon: 069–2732-0 www.boersen-zeitung.de

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