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Börsen-Zeitung: Bloombergs Paukenschlag, Kommentar zur US-Präsidentschaftskampagne von Peter De Thier

Frankfurt (ots) – Mit der Entscheidung des Multimilliardärs Michael Bloomberg, offiziell ins Rennen um die US-Präsidentschaft einzusteigen, hat der Kampf um die Spitzenkandidatur bei den Demokraten eine Wende genommen. Der frühere Investmentbanker, der es mit seiner Finanzdienstleistungsfirma Bloomberg L.P. zu einem Vermögen von geschätzt 58 Mrd. Dollar brachte, verfügt sicherlich über die notwendigen Ressourcen, um aus eigener Tasche eine Medienkampagne gegen Präsident Donald Trump zu starten. Diesen nennt der 77-jährige Unternehmer, der von 2002 bis 2013 Bürgermeister von New York war, “den korruptesten Präsidenten in unserer Geschichte” und “eine einzigartige Bedrohung für die Nation”.

Leicht haben wird es Bloomberg aber nicht. So müsste man etwa glauben, dass Demokraten, die die Wahlen vom Würgegriff der Industrielobbyisten und anderer reicher Spender befreien wollen, seine finanzielle Unabhängigkeit begrüßen würden. Aber mitnichten: Senator Bernie Sanders etwa wirft Bloomberg vor, “dass er ein weiterer Milliardär ist, der unsere Wahlen kaufen will”.

Natürlich schwingt bei demokratischen Kritikern die Angst mit, dass Bloomberg ihnen gefährlicher werden könnte als jeder andere Kandidat. Sie werden sich folglich auf seine Schwachstellen fokussieren, etwa abschätzige Bemerkungen, die er über Frauen gemacht hat. Auch wird sich Bloomberg dem Vorwurf ausgesetzt sehen, ein Polit-Chamäleon zu sein, das Demokrat war, dann zu den Republikanern wechselte, dort austrat und unabhängig blieb, um dann wieder zu den Demokraten zurückzukehren.

Der politisch gemäßigte Unternehmer, der fiskalisch konservativ ist, der den Klimawandel bekämpfen und illegalen Einwanderern den Weg zur Staatsbürgerschaft pflastern will, sieht in seiner politischen Flexibilität dagegen vielmehr eine Stärke. Bloomberg versteht, dass er als unabhängiger Kandidat kaum Siegeschancen hätte. Zugleich aber fühlt er sich keiner der etablierten Großparteien verpflichtet und ist überzeugt, bei einer politikverdrossenen Wählerschaft mit diesem Ansatz punkten zu können.

Das größte Problem für Bloomberg sowie die Opposition könnte darin bestehen, dass sich eine Partei, die im Tauziehen zwischen dem progressiven, linksliberalen Flügel und der politischen Mitte nach ihrer Identität sucht, verzettelt. Mit Bloomberg ist das Bewerberfeld wieder auf 18 angeschwollen, und wenn sich zu viele gegenseitig das Rampenlicht stehlen, könnte der lachende Gewinner am Ende Donald Trump sein.

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