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Börsen-Zeitung: Der große Wurf, Kommentar zur Nord/LB von Carsten Steevens

Frankfurt (ots) – Der Jahresabschluss und die aktuellen Herausforderungen nach der vollständigen Übernahme der notleidenden Tochter Bremer Landesbank (BLB) zeigen, warum für die Nord/LB ein Gebot für die zum Verkauf stehende HSH Nordbank nicht in Frage kommt. Die nach wie vor nicht ausgestandene Schifffahrtskrise hat in ihrem achten Jahr die Kreditrisikovorsorge im Konzern der drittgrößten Landesbank auf 3 Mrd. Euro mehr als vervierfacht. Der Verlust von 2 Mrd. Euro hinterlässt Spuren. Die Nord/LB hat nun genug damit zu tun, ihre spürbar gesunkene Kernkapitalquote ohne externe Hilfe auf ein komfortables Niveau zu hieven. Eine Fusion der BLB mit dem Mutterkonzern, die die größtmöglichen Synergien verspricht, aber in den nächsten Jahren auch erhebliche Ressourcen bindet, erleichtert dieses Vorhaben.

Die Nord/LB befindet sich gut 250 Jahre nach ihrer Gründung in einer ihrer schwierigsten Phasen, die fokussierte Konsolidierung erfordert und eine riskante Expansion verbietet. Mit der BLB-Fusion und weiteren kostensenkenden Maßnahmen des von der Schifffahrtskrise beförderten neuen Transformationsprogramms “One Bank” sollte die Landesbank aus Hannover unter Führung ihres neuen Vorstandsvorsitzenden Thomas Bürkle in den kommenden Jahren ausgelastet sein. Der nun angestrebte große Wurf soll auch dazu führen, dass wieder verlässlich Dividenden gezahlt werden können an die Träger, allen voran an das Land Niedersachsen.

Eine der größten Herausforderungen wird es dabei sein, die Integration der BLB bis 2020 so glatt und geräuscharm wie möglich über die Bühne zu bekommen, ohne dass zugleich das Kundengeschäft darunter leidet. Der Nord/LB kommt dabei zugute, dass ihr Finanzierungsgeschäft eben nicht von der Schiffssparte dominiert wird, auch wenn die Belastungen aus dieser Ecke aktuell den Eindruck erwecken. Rund 85% aller Kundenforderungen stammen aus anderen Geschäftsbereichen, die allesamt Gewinne abwerfen und in den vergangenen Jahren dafür sorgten, die Belastungen aus dem Schiffssegment auszugleichen. 2016 schaffte die Nord/LB diese Kompensation nicht.

Der Erfolg des neuen Transformationsprogramms wird aber auch wesentlich von der weiteren Entwicklung in den Schiffsmärkten abhängen und davon, welche Bewertungsanforderungen die Finanzaufsicht an die Schiffsfinanzierer stellt. Derzeit deutet sich eine gewisse Entspannung an. Doch wird die Nord/LB gut daran tun, ihr Schiffsfinanzierungsportfolio in den nächsten Jahren weiter abzubauen.

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