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Börsen-Zeitung: Der Super-Coup, Kommentar zur Übernahme von Allergan durch Pfizer von Sabine Wadewitz

Frankfurt (ots) – Viagra und Botox unter einem Dach. Mit der Übernahme des irischen Konkurrenten Allergan sorgt der US-Pharmakonzern Pfizer für einen Super-Coup. Der 160 Mrd. Dollar schwere Deal ist die größte Transaktion in der Arzneimittelbranche überhaupt, obwohl diese es schon seit geraumer Zeit auf Fusionspartys gehörig krachen lässt. Sie ist die schwerste Übernahme weltweit in diesem Jahr und übertrumpft den Erwerb des Braukonzerns SABMiller durch den Wettbewerber Anheuser-Busch Inbev.

Damit nicht genug der Superlative: Gemeinsam pumpt sich die amerikanisch-irische Allianz auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 300 Mrd. Dollar auf, was den Branchenprimus Johnson & Johnson, der aktuell 286 Mrd. Dollar auf die Waage bringt, in den Schatten stellt. Zudem erobert sich Pfizer, die durch Sitzverlegung eine irische Steuernummer erhält, mit künftig 64 Mrd. Dollar Umsatz die Spitzenposition im Ranking der führenden Pharmakonzerne und stößt die Schweizer Novartis vom obersten Treppchen. Die Karten werden neu gemischt. Der erwartete operative Cash-flow von jährlich mehr als 25 Mrd. Dollar demonstriert, mit welchem Powerhaus es der Wettbewerb künftig zu tun hat und welchen finanziellen Spielraum sich Pfizer in der neuen Konstellation verschafft.

Dass Pfizer zum großen Sprung ansetzen möchte, ist bereits im vergangenen Jahr deutlich geworden, als der US-Konzern 118 Mrd. Dollar für den britischen Rivalen AstraZeneca auf den Tisch legen wollte – wobei auch diese am Ende abgebrochene Reise nach Europa in erheblichem Umfang von Steuersynergien motiviert war. Allergan ist kein schwacher Trost, denn neben – vergleichsweise bescheidenen – operativen Einsparungen von 2 Mrd. Dollar kann die irisch gekleidete Pfizer auch mit dieser Braut dem Fiskus eine lange Nase zeigen. So steht eine Steuerquote von Allergan von zuletzt knapp 5 Prozent gegen gut 25 Prozent bei Pfizer auf der anderen Seite des Atlantiks. Nach dem Schulterschluss werden 17 bis 18 Prozent erwartet. Auch zeichnet sich eine leichtere Integration ab, ist doch Allergan faktisch amerikanisch und erst durch Kauf von Actavis zum Steuerzahler in Dublin geworden.

Für Pfizer ist der Mega-Deal vermutlich nur ein Zwischenschritt zu einer einschneidenden Neuausrichtung. Das Management will bis Ende 2018 darüber entscheiden, ob der Konzern aufgespalten wird in einen Teil etablierten Geschäfts und einen Teil innovativer Medikamente. Das Sortiment von Allergan bereichert und balanciert beide Segmente und sorgt auf jeder Seite für kritische Masse.

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion Telefon: 069–2732-0 www.boersen-zeitung.de