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Börsen-Zeitung: Die Hoffnung lebt, Kommentar zur HSH Nordbank von Carsten Steevens

Frankfurt (ots) – Hamburg und Schleswig-Holstein können die erste Phase des Verfahrens zum Verkauf ihrer Mehrheitsanteile an der HSH Nordbank abhaken. Das Worst-Case-Szenario, das darin bestand, dass kein Interessent ein unverbindliches Angebot abgibt, ist ausgeblieben. Hätte ihnen die EU-Kommission als Folge eines Beihilfeverfahrens die Veräußerung bis Ende Februar 2018 nicht oktroyiert, sie wären kaum auf den Gedanken gekommen, ausgerechnet jetzt, in Anbetracht der andauernden Nullzinsbedingungen und hohen Regulierungsanforderungen, ihre von der Schifffahrtskrise gezeichnete Landesbank anzubieten. Insofern ist die nach Fristablauf am Wochenende bekundete Zufriedenheit der beiden Ländereigner über die Resonanz im bisherigen Verkaufsverfahren, in der auch viel Erleichterung mitschwingt, verständlich.

Seit 2012 ist es der Bank gelungen, in ruhigeres Fahrwasser zurückzukehren und das Neugeschäft zu beleben. Im Rahmen der von der EU-Kommission gesetzten Leitplanken hat sich das Institut so aufstellen können, dass nun zumindest die Aussicht darauf besteht, eine in einem Jahr drohende Abwicklung zu vermeiden und den absehbar hohen Schaden für die beiden Ländereigner zu begrenzen.

Noch scheint es möglich, dass ein Käufer für die von Altlasten weitgehend befreite HSH-Kernbank um die Ecke kommt – und sei es, dass dieser aus weitergehenden Überlegungen einen Fuß in den deutschen Markt bekommen will. Ein Selbstläufer ist der Verkauf der Kernbank, die eine Eigenkapitalrendite von mehr als 10% in Aussicht stellt, freilich nicht. Zudem muss die Abbaubank mit ihren Milliarden an faulen Krediten einen Abnehmer finden. Die Aussichten, dass die Kernbank wie gefordert einen Preis erzielt, der höher ist als eine mögliche Mitgift für die Abbaubank, sind ungewiss. Aber es gibt sie immerhin.

Und sollte der Verkauf schiefgehen? Dann würden die Karten neu gemischt. Vor einer Abwicklung dürfte der Versuch stehen, einzelne Teile der HSH zu versilbern. Die Nord/LB, die sich – ebenfalls hart getroffen von der Schifffahrtskrise – gegen ein Gebot für die Kernbank entschied, könnte günstiger an interessantes Geschäft gelangen. Dass sie sich nicht am Bieterverfahren um die benachbarte Schwesterbank beteiligt, ist angesichts der Probleme mit Schiffsfinanzierungen im eigenen Haus nachvollziehbar. Die Abstinenz ist aber auch als Indiz zu werten, dass man die Belastungen, die etwa im Rahmen der Gewährträgerhaftung für HSH-Verbindlichkeiten auf andere Teile des öffentlichen Bankenlagers wie die Sparkassen zukommen könnten, aktuell für nicht zu gravierend hält.

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