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Börsen-Zeitung: Die tun was, Kommentar zur Elektromobilität von Peter Olsen

Frankfurt (ots) – Ob es ureigenste Aufgabe von Autokonzernen ist, selbst für den Aufbau eines Tankstellennetzes zu sorgen – diese Frage würde wohl ernsthaft niemand stellen. Bei der noch in den Kinderschuhen steckenden Elektromobilität aber gelten offenbar andere Maßstäbe. Ohne überall leicht verfügbaren Strom und möglichst großer Reichweite werden sich die künftigen, rein elektrisch betriebenen Autos nicht in großen Stückzahlen verkaufen lassen.

Das ist die bittere Erkenntnis der vergangenen Jahre aus dem langsamen Hereintasten in einen neuen Markt. Da können wohlfeile Statistiken noch so oft gepredigt werden, dass für die tägliche Fahrt zur Arbeitsstelle und zurück elektrische Reichweiten von 100 Kilometer mehr als ausreichend sind – der deutsche Autofahrer traut dem Frieden nicht und kann sich auch nicht zwei Pkw leisten, einen für die regelmäßige Kurzstrecke in Elektroausführung und einen mit sparsamem Verbrenner für die Urlaubs- oder Dienstfahrten auf der Autobahn.

Wenn also der Elektromobilität zum Marktdurchbruch verholfen werden soll, müssen Kaufpreis, Reichweite und Ladenetz den Umstieg vom Benziner oder Diesel erleichtern. Die überschaubaren Anreize mit der Prämie allein reichen dafür nicht aus, wie die nur schwache Resonanz seit Einführung im Sommer beweist.

Vier Herstellergruppen – BMW, Ford, Daimler und Volkswagen samt Audi und Porsche – haben jetzt ein Joint Venture zum Aufbau eines “ultraschnellen Hochleistungsladenetzes” an Autobahnen und hoch frequentierten Durchgangsstraßen angekündigt. In einem ersten Schritt sollen von 2017 an etwa 400 Standorte in Europa errichtet werden, bis 2020 sollen Kunden Zugang zu Tausenden Hochleistungsladepunkten haben. “Die tun was”, möchte man mit einem alten Ford-Slogan sagen. Und der Branchenverband VDA sieht die Initiative als Beleg dafür, “wie ernst es die deutschen Hersteller mit der Elektromobilität meinen”.

Sie haben auch allen Grund dazu, Gas zu geben, denn die jüngste Untersuchung von PA Consulting hat gezeigt, dass gerade die vom Diesel so abhängigen deutschen Hersteller Gefahr laufen, die EU-CO2-Ziele zu verfehlen. Das aber würde teuer – möglicherweise teurer, als jetzt gemeinsam in Schnellladestationen zu investieren, um schneller emissionsfreie Autos auf die Straße zu bekommen. Zugleich bleibt vieles im Unklaren: Warum sind GM/Opel, die französischen Hersteller und Fiat nicht mit an Bord? Wer legt die Stromtrassen zu den Ladepunkten, und was wird das alles kosten?

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion Telefon: 069–2732-0 www.boersen-zeitung.de

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