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Börsen-Zeitung: Ende gut, alles gut? Kommentar zu Volkswagen von Peter Olsen

Frankfurt (ots) – Ein Jahr gilt im Unternehmensalltag als ein überschaubarer Zeitraum. Dass ein Jahr aber verdammt lang sein und nicht nur für ein Unternehmen, sondern für eine ganze Branche fatale Folgen haben kann, zeigt exemplarisch der vom VW-Konzern im September 2015 ausgelöste Dieselabgas-Skandal. Mit dem jetzt gelungenen Vergleich für die von der Tochter Audi zu verantwortenden großen 3-Liter-Dieselmotoren in den USA scheint der Großteil der Milliardenbelastungen für den Wolfsburger Autokonzern klar – von noch ausstehenden Strafzahlungen abgesehen.

Ende gut, alles gut? Diese Rechnung geht wohl weder für Unternehmen, noch Branche, Beschäftigte und auch nicht für Investoren auf. Nicht nur wird der Autokonzern auf Dauer finanziell geschwächt. Auch die Perspektiven für die Belegschaften haben sich eingetrübt, denn mit rigidem Sparkurs müssen die Mittel für Investitionen in die elektrische Zukunft zusammengekratzt werden.

Für die Branche hat sich mit dem VW-Desaster die Welt verändert. Der für die Erreichung der ehrgeizigen EU-Ziele bezüglich CO2 so wichtige Dieselmotor ist diskreditiert und verliert schnell an Bedeutung. Und wie mit batterieelektrischen Fahrzeugen Geld verdient werden kann, wird erst die Zeit nach 2020 zeigen. Die gesamtwirtschaftlichen Nebenwirkungen sind noch gar nicht kalkuliert. An der Fahrzeugproduktion hängen bedeutende zuliefernde Branchen wie Maschinenbau, Chemie oder Elektrotechnik.

Der Kapitalmarkt rechnet dagegen mit kühlem Kopf. Und da haben die den richtigen Riecher bewiesen, die nach dem Sturz der VW-Vorzugsaktie um fast die Hälfte auf 86 Euro im September vorigen Jahres den Mut hatten zuzugreifen. Bis gestern hat das Papier um 60% auf mehr als 138 Euro zugelegt. Im Vergleich zu den sich in diesem Jahr eher unterdurchschnittlich entwickelnden Papieren von BMW und Daimler hat die VW-Vorzugsaktie die Nase vorn.

Wer schon lange investiert war, muss allerdings noch immer zuwarten, bis die etwa 168 Euro je Anteil unmittelbar vor “Dieselgate” wieder erreicht sind. Und bei diesen enttäuschten Investoren schlummert für Volkswagen weiterhin ein finanzielles Risiko. Beim zuständigen Landgericht in Braunschweig sind weit mehr als 1000 Schadenersatzklagen im gesamten Streitwert von über 8 Mrd. Euro eingegangen. Nicht nur Kleinanleger fühlen sich von den Wolfsburgern düpiert, sondern auch Bundesländer und große Finanzinvestoren hoffen auf einen Erfolg in einem möglichen KapMuG-Musterverfahren.

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion Telefon: 069–2732-0 www.boersen-zeitung.de

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