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Börsen-Zeitung: Fortschritte / Kommentar von Joachim Herr zur Geschäftsentwicklung beim Industriegasekonzern Linde

Frankfurt (ots) – Für Linde läuft es gut. Auf dem Weg zur angestrebten Fusion mit Praxair machen die beiden Industriegasekonzerne dank der Verkäufe von Unternehmensteilen Fortschritte. Und auch im eigentlichen Geschäft kommt Linde voran. Das stärkt die Position der Münchner für einen gemeinsamen deutsch-amerikanischen Konzern.

Die Gasesparte von Linde erzielte im zweiten Quartal in Folge eine operative Marge von etwas mehr als 30%. Damit verkleinert sich die Lücke zu Prax-air. Das US-Unternehmen wies zuletzt gut 33% aus. Linde verdankt dies unter anderem dem Effizienz- und Sparprogramm Lift, das offensichtlich wirkt.

Dass sich auch der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 15 positiv in der Ergebnismarge von Linde niederschlägt, fällt kaum ins Gewicht. Der transatlantische Renditevergleich hinkt ohnehin wegen der unterschiedlichen Vorschriften: IFRS hier, US-GAAP dort.

Die Leitung von Praxair mit CEO Steve Angel und CFO Matthew White stellte von Anfang an klar, dass allein Linde in Sachen Profitabilität nachzuarbeiten habe. Der deutsche Partner erledigt nach und nach seine Hausaufgaben. Die Verbesserungen dürften allerdings alle Linde-Aktionäre bestätigen, die das Umtauschverhältnis der Anteile für die Fusion als – vorsichtig ausgedrückt – unvorteilhaft kritisieren.

Das Management von Praxair nimmt besonders das Medizingasegeschäft von Linde in den USA und den Anlagenbau ins Visier. Auf beiden Feldern ist der US-Konzern kaum aktiv. Dagegen kämpft Linde mit den reduzierten Preisen im Gesundheitssystem der USA, so dass trotz eines höheren Absatzes der Erlös nur stabil bleibt.

Im Anlagenbau belebt sich das lange vom niedrigen Ölpreis gebeutelte Geschäft. In der ersten Hälfte dieses Jahres steigerte Linde hier den Auftragseingang um 60%. Mit der operativen Marge von 10% dürfte das Unternehmen weiterhin Klassenbester sein. Durch die amerikanische Renditebrille betrachtet ist das verglichen mit dem Industriegasegeschäft aber nur ein Drittel und damit viel zu wenig. Der von den zwei Partnern beschlossene Plan, den Anlagenbau auszugliedern, ist wohl ein Kompromiss, könnte aber der Einstieg zum Ausstieg sein.

Noch beherrscht die Frage, ob bis Oktober alle Kartellgenehmigungen vorliegen, das Projekt. Kommt es zum Zusammenschluss, ginge es aber bald darum, wie schnell und rigoros die amerikanische Seite ihren Führungs- und Machtanspruch durchsetzt.

(Börsen-Zeitung, 26.07.2018)

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