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Börsen-Zeitung: Neuer Offensivgeist, Kommentar zu BMW von Peter Olsen

Frankfurt (ots) – Eine Zeit lang hat man den Eindruck gewinnen können, der Münchner Autobauer BMW würde der Wachablösung am Weltmarkt für hochpreisige Pkw durch Daimlers Premiummarke Mercedes tatenlos zuschauen. Mit einer radikalen Erneuerung des Angebots und frischem Design zeigte das von Dieter Zetsche auf Erfolgskurs gepeitschte Stuttgarter Haus dem bayrischen Wettbewerber schneller als geplant die Rücklichter.

Der neue Chef beim weiß-blauen Wettbewerber, Harald Krüger, musste sich mit der Kritik auseinandersetzen, unter seiner Führung habe BMW an Schwung verloren und sei möglicherweise auch deshalb ins Hintertreffen geraten. Vergessen wird dabei leicht, dass die Marke mit dem Stern nicht nur den Vorteil eines verjüngten Angebots auf ihrer Seite hatte, sondern auch gegenüber den vorausfahrenden Konkurrenten Audi und BMW am weltgrößten Einzelmarkt China eine Menge aufzuholen hatte.

Wie es auch sei, Investoren reagierten auf die vermeintliche Lethargie von BMW verschnupft, weil der Pionier der Elektromobilität gerade in dem Moment, als der noch immer teure emissionsfreie Antrieb geradezu als alternativlos in den Himmel gelobt wurde, nichts Neues im Programm hatte. Die BMW-Aktie fiel in der Gunst zurück. Dass Krüger und sein Vorstandsteam den Druck spürten, zeigt auch der Versuch, mit erhöhter Dividende die BMW-Aktie attraktiver zu machen.

Viel wichtiger aber scheint, dass der Wake-Up-Call in München neuen Offensivgeist geweckt hat. Mit einem starken finanziellen Fundament und dem besten Rating unter den europäischen Konkurrenten ausgestattet will BMW nicht nur das rekordhohe Ertragsniveau halten, sondern auch aus eigener Kraft in die Zukunft der Unternehmens investieren. “Wir schalten jetzt auf Angriff”, gibt Krüger die neue Losung aus.

Für BMW steht für die nächste Jahre der Plug-in-Hybrid auf dem Weg in die Elektromobilität ganz vorne. Dann folgt das rein elektrische Fahrzeug und danach der Antrieb mit Brennstoffzelle. Die Hybridisierung soll möglichst schnell mithelfen, die von der EU vorgegebenen CO2-Ziele bis 2020/21 zu schaffen.

Bis dahin will BMW wohl auch wieder die weltweite Nummer 1 im Premiumsegment vor Mercedes sein. Wenn die größte Modelloffensive mit 40 neuen Fahrzeugen zu einem ähnlichen Lauf führt wie bei Daimler, dann kann das gelingen. Dabei gibt es kein Wachstum auf Teufel komm raus. Gerade für einen Premiumanbieter, so betonte der neue Finanzchef Nicolas Peter, sei Profitabilität wichtiger als reines Stückzahldenken.

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