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Börsen-Zeitung: Zwei auf einen Streich, Kommentar zu Fresenius von Sabine Wadewitz

Frankfurt (ots) – Der Appetit auf Übernahmen ist im Gesundheitskonzern Fresenius ungebremst. Wenige Monate nach Abschluss des größten Erwerbs in der Firmengeschichte setzt das Unternehmen erneut zum Sprung an und stemmt den zweitgrößten Deal für die Chronik.

Im Doppelschlag baut der Konzern aus Bad Homburg sein Geschäft mit patentfreien Nachahmermedikamenten (Generika) aus. An die Investoren geht das klare Signal, dass die Gruppe im Akquisitionstempo nicht nachlässt, sondern eher beschleunigt – und die Aktionäre dafür nicht zur Kasse gebeten werden. In guter Tradition wird über Fremdkapital finanziert.

Stand zuletzt in Akquisitionen der Ausbau des Krankenhaussegments im Vordergrund, stärkt Fresenius nun ihre Aktivitäten mit hochmargigen Generika. Somit werden die Schwestersparten des immer noch dominanten Dialysegeschäfts konsequent auf Größe gebracht und die Unternehmensbereiche weiter ausbalanciert.

Mit der 4,75 Mrd. Dollar schweren Übernahme des US-amerikanischen Generikaherstellers Akorn reichert Fresenius nicht nur ihr Portfolio im bestehenden Geschäft an. Sondern die Transaktion eröffnet auch neue strategische Möglichkeiten. Das Objekt der Begierde erzielt gerade mal ein Drittel seines Umsatzes in dem für Fresenius vertrauten Geschäft mit intravenös zu verabreichenden Generika.

Der größere Teil des Sortiments umfasst verschreibungspflichtige Medikamente gegen Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen, die nicht nur über Kliniken, sondern auch über Apotheken und an Ärzte vertrieben werden. Damit verschafft sich Fresenius in den USA neue Absatzkanäle, in die künftig weitere Produkte aus dem Konzern geschleust werden können – zum Beispiel biologisch hergestellte Generika (Biosimilars), wo sich Fresenius nun im zweiten Streich mit dem Erwerb des Portfolios des Darmstädter Merck-Konzern ein Standbein verschafft. Zudem positioniert man sich mit einem breiteren Angebot für den zunehmenden Trend im Pharmagroßhandel, Einkaufssortimente bündeln zu wollen.

Investoren sind unterdessen daran gewöhnt, dass Fresenius temporär für Übernahmen die Bilanz strapaziert. Doch der Akorn-Deal sollte kein Nervenflattern auslösen, bringt doch das US-Unternehmen eine operative Marge von fast 40 Prozent mit, so dass rasch Ergebnisbeiträge absehbar sind und finanzieller Spielraum erhalten bleibt. Der Verschuldungsgrad steigt erst mal auf 3,3, soll aber schon Ende 2018 wieder bei 3,0 landen. Da geht noch was.

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion Telefon: 069–2732-0 www.boersen-zeitung.de

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