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Börsen-Zeitung: Zwei Blaupausen, Kommentar zu RWE von Andreas Heitker

Frankfurt (ots) – Nahezu auf den Tag genau ein Jahr nachdem Eon die Aufspaltung verkündet hat, zieht Konkurrent RWE nach. Auch wenn Vorstandschef Peter Terium es entrüstet von sich weist, dass hier Blaupausen vom Wettbewerber kopiert werden, so sind doch zumindest die Marktanalysen in beiden Häusern deckungsgleich: Das konventionelle Kraftwerksgeschäft und der dazu gehörende Energiehandel passen nicht mehr zu erneuerbaren Energien, zum Vertriebs- und Netzgeschäft.

Beide Teilgeschäfte bilden mittlerweile völlig unterschiedliche Märkte mit unterschiedlichen Wachstumsoptionen, die unterschiedliche Strategien erfordern und unterschiedliche Investoren anziehen. Ebenso wie Eon sortiert RWE die Geschäfte nun nach diesen beiden Energiewelten. Nur spalten die Essener die Teile nicht komplett voneinander ab, wie es Eon plant, sondern gliedert Wachstumsgeschäfte aus und öffnet sie für Investoren.

So schafft sich RWE einen neuen Zugang zu Kapital für Wachstumsinvestitionen, das in jüngster Zeit so bitter gefehlt hat. Und mit dieser Konstruktion vermeidet der Konzern zugleich den Fehler von Eon, öffentlich den Eindruck zu erwecken, Verantwortung und Kosten für den Atomausstieg über eine Bad Bank den Steuerzahlern aufdrücken zu wollen.

RWE hat sich mit dieser Neuorganisation lange gequält, was an den Märkten in den vergangenen Monaten immer wieder für Verunsicherungen sorgte. Im August wurde schließlich eine unausgegorene Strukturreform verkündet, die niemanden so recht zufriedengestellt hat. Natürlich waren die Bündelung der vielen deutschen Töchter und die schlankeren Entscheidungswege richtige Schritte. Doch jedem Investor war bewusst, dass dies nicht alles gewesen sein konnte. Und innerhalb des Konzerns war zugleich völlig unklar, wie die groß verkündeten neuen Steuerungsmodelle in der Praxis überhaupt aussehen sollten.

Ob die Düsseldorfer oder die Essener Blaupause langfristig erfolgreicher sein wird, ist längst noch nicht entschieden. Erstmals seit langer Zeit sieht es aber so aus, als habe RWE nun eine Antwort auf die Herausforderungen der Energiewende gefunden und das Heft des Handelns wieder in der Hand.

Eines ist aber auch klar: Der Name Eon steht künftig für die Zukunftsgeschäfte rund um Erneuerbare, Netz und Vertrieb. Mit dem Namen RWE wird man dagegen das Zeitalter der Großkraftwerke und damit die Vergangenheit assoziieren. Zukunft wird bei RWE künftig einen neuen Namen tragen.

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion Telefon: 069–2732-0 www.boersen-zeitung.de